Byoki

Meine Erfahrungen mit dem Traurig sein
 

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Gemeinschaftspraxen -.-

Ein alternativer Titel zu diesem Beitrag könnte auch lauten: "Warum können Ärzte eigentlich nicht miteinander reden?"

Ich habe heute also in meiner Arztpraxis angerufen. An dieser Stelle möchte ich noch einmal klarstellen, dass man mich tunlichst darum gebeten hatte. Dummerweise hatte ich nach einer Endlosschleife "Für Elise", das klang als hielte jemand ein Nokia 6310 an den Hörer, nicht den Arzt am Apperat, mit dem ich alles bereits besprochen hatte, sondern einen ganz anderen. Dieser erzählte mir dann von meinen Blutwerten, also genau genommen allen, außer denen die mich interessierten.

Die Schielddrüse.

Als ich dann schließlich nachfragte, war alles mit einem "Joar, ist in Ordnung." abgetan.

Nun ja, was soll ich da noch zu sagen?

Ich weiß nicht ob ich nun glücklich sein soll, dass meine Schilddrüse in Ordnung ist, oder ob nicht doch der Frust überwiegt noch immer nicht zu wissen was mit mir los ist. Mal sehn wie lange es dauert bis ich mein nächstes Emotionstief erreicht habe und was ich dann dagegen tue. Momentan bin ich eher planlos unterwegs, keine Ahnung wohin.

Wenn es etwas zu berichten gibt, werdet ihr selbstverständlich davon erfahren.

Bis dahin. Machts gut, schönes Wochenende und schaut wieder rein!

Eure Byoki!

8.3.13 21:12, kommentieren

Der erste Schritt

Ich gebe offen und ehrlich zu, es kommt mir irgendwie schräg vor plötzlich bloggen zu wollen und ich kann mir selbst nicht so recht erklären wie es dazu kam. Aber wenn man es mal genau nimmt, ist das auch gar nicht relevant.

Ich bin hier, ihr seid irgendwo da draußen. Ich habe etwas zu sagen, ihr hört vielleicht zu.

Soweit meine Vorstellung, wie das hier laufen wird. Aber genug um den heißen Brei gelabert, sofern ihr tatsächlich bis hier hin gelesen habt, interessiert es euch sicherlich worum es hier eigentlich gehen soll. Denn so gänzlich ohne Plan geh ich doch nicht an die Sache ran. Doch um zu verstehn, was genau ich euch berichten möchte, wäre es sicher von Vorteil, wenn ihr zunächst ein bisschen was über mich erfahrt:

Ich nenne mich Byoki, was laut Google das japanische Wort für Krankheit ist. Eine, wie ich finde, sehr passende Bezeichnung für mich. Ich war schon immer das kranke Kind in der Familie, war viel in Krankenhäusern und habe unzählige Stunden in den Warteräumen von diversen Ärzten verbracht. Trotzdem geht es mir gut, eigentlich. Ich bin 20 Jahre alt, hab einen sicheren Ausbildungsplatz mit guten Chancen im späteren Leben, habe eine wundervolle Familie, einen Freund, der einfach das Größte ist und meine Freizeit kann ich mit Dingen verbringen, die mir Spaß machen und die mir wichtig sind.

Und trotzdem bin ich ständig traurig, weine ohne jede Begründung und selbst die kleinsten Missgeschicke werfen mich völlig aus der Bahn. Ich weiß, dass ich jeden Grund habe zufrieden zu sein, was es nur noch schlimmer macht, dass ich es nicht bin.

So, ihr ahnt sicher schon worauf ich mich thematisch stürzen möchte.

Ich bin mir sicher, dass es sehr viele Menschen gibt, denen es so geht wie mir und die wissen möchten, wie genau andere mit diesem Problem umgehn. Das möchte ich hier tun. Ich stehe noch ganz am Anfang meines Wegs und ich kann noch lange nicht sagen wohin er mich führen wird, aber ich möchte euch mitnehmen und euch an meinen Erfahrungen teilhaben lassen.

Gut, dann mal los:

Seit ungefähr 3 Monaten geht es mir immerwieder schlecht. Ich bin unglücklich, habe das Gefühl nichts richtig machen zu können und allgemein eigentlich jedem in meiner Nähe einfach nur zur Last zu fallen. Ich habe mich sehr zurückgezogen, selbst meine beste Freundin hat sich von mir abgewand, weil ich kaum noch mit ihr rede. Heute morgen war es schließlich so schlimm, dass ich es nicht mehr zur Schule geschafft habe. Mehr aus dem Gedanken herraus nun eine Bescheinigung für die Berufsschule zu brauchen, entschloss ich mich dazu einen Arzt aufzusuchen, was ich heute Vormittag auch tat.

Wartezimmer, mal wieder. Immerhin musste ich nur etwa eine Stunde darin verbringen, was für einen Kassenpatienten wie mich schon als Luxus angesehn werden kann. Schließlich bekam ich den Arzt ja doch zu Gesicht und konnte ihm meine Lage schildern. Was ohne Tränen gar nicht möglich war. Netterweise wurden diese schlicht ignoriert und stattdessen sachliche Fragen gestellt. Ich war darüber heilfroh, denn Trösten hat bei mir grundsetzlich die gegenteilige Wirkung. 

Die Fragen waren eigentlich die, die man auch erwarten würde:

-Wie lange besteht dieser Zustand bereits?

-Gab es einen konkreten Auslöser?

-Schlafen Sie Nachts durch?

-Hat sich Ihr Gewicht verändert?

Meine Antworten hielten sich kurz, war ich doch noch immer am weinen. 

-Seit einigen Monaten.

-Nein.

-Nachts ja, ich wache manchmal morgens etwas früher als geplant auf und kann dann nicht mehr oder nur sehr schwer wieder einschlafen.

-Ich hab ein wenig abgenommen, aber ich mache momentan auch relativ viel Sport.

Resultat: Übermorgen habe ich einen Termin zur Blutabnahme. Dabei sollen die Wert der Schilddrüse überprüft werden.

Zuhause angekommen habe ich natürlich gleich das Internet nach Informationen durchstöbert. Viel gelesen, meist das gleich. Die Schilddrüse wandelt Jod in Hormone um, die unter anderem die Stimmung eines Menschen beeinflussesn. Bei Fehlfunktionen kann es zu Stimmungsschwankungen bis zu depressionsähnlichen Zuständen kommen.

Da bin ich jetzt aber mal gespannt. Wie gesagt: Mittwoch Termin zur Blutentnahme und wahrscheinlich Freitag sollen die Ergebnisse feststehn. Ich halte euch auf dem Laufenden.

 

So, das war er also, mein erster Beitrag in meinem ersten Blog. Er ist ein bisschen länger geworden als ich erwartet hatte, sprengt meiner Meinung nach aber noch nicht den Rahmen. Was denkt ihr? Verbessungsvorschläge, Kritik oder vielleicht Lob? Sofern es konstruktiv ist freue ich mich über jeden Kommentar.

Bis dann,

eure Byoki!

 

4.3.13 12:51, kommentieren